22.02.2017

Luftqualitätsverordnung: Moderne Öfen dürfen auch bei Feinstaubalarm betrieben werden

Damit das Holz optimal und schadstoffarm verbrennt, sollten Kamin- und Kachelöfen regelmäßig vom Ofenbau-Innungsfachbetrieb gewartet werden. Dabei können auch neue Möglichkeiten ausgelotet werden, die Anlage effizienter und umweltschonender zu betreiben (Foto: ZVSHK).

Die von der Landesregierung verabschiedete Luftqualitätsverordnung-Kleinfeuerungsanlagen ist am 9. Februar 2017 in Kraft getreten. Darin wird geregelt, welche Einzelfeuerstätten für feste Brennstoffe im Falle eines Feinstaubalarms in Stuttgart betrieben werden dürfen und für welche ein Betriebsverbot besteht. Die Verordnung gilt nur für das Gemeindegebiet von Stuttgart. Aufgrund einer noch notwendigen Satzungsänderung der Stadt Stuttgart ist die Luftqualitätsverordnung ab dem 24. Februar 2017 anzuwenden.

Von einem Betriebsverbot nach der öffentlichen Bekanntgabe eines Feinstaubalarms sind alle Einzelfeuerstätten für feste Brennstoffe betroffen, die bis zum 31. Dezember 2014 eingebaut wurden und als Zusatzheizung zu einer bestehenden Zentralheizung betrieben werden.

Moderne, emissionsarme Holzfeuerungen können auch während eines Feinstaubalarms eingesetzt werden. Dazu gehören Feuerstätten, die nach dem 1. Januar 2015 eingebaut wurden und damit die Stufe 2 der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) erfüllen. Gleiches gilt für Einzelöfen mit Pelletfeuerung.

Von dem Betriebsverbot ausgenommen sind generell zentrale Heizkessel, die Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzel verbrennen, wie auch Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt. Eine weitere Ausnahme gilt für Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die im Rahmen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes Baden-Württemberg in der bis zum 30. Juni 2015 geltenden Fassung als Erfüllungsoption anerkannt sind. Des Weiteren dürfen Herde weiter betrieben werden, sowohl diejenigen mit als auch die ohne indirekt beheizte Backvorrichtung.

Auf Antrag kann für Einzelfeuerstätten eine Betriebserlaubnis erteilt werden, die zwar vor dem 1. Januar 2015 eingebaut wurden, aber trotzdem die Anforderungen der 1. BImSchV Stufe 2 erfüllen. Dafür ist als Nachweis die Bescheinigung der Typprüfung durch den Hersteller erforderlich. Die zuständige Behörde kann auf Antrag auch eine Ausnahme vom Betriebsverbot zulassen, wenn Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe über einen nachgeschalteten Staubfilter verfügen, der dem Stand der Technik entspricht. Die Nachrüstung muss durch geeignete Nachweise belegt werden.

Das organisierte Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerk in Baden-Württemberg hat sich dafür eingesetzt, dass neue, emissionsarme Feuerstätten auch bei einem Feinstaubalarm weiter betrieben werden dürfen. „Wir stehen zu unserer Verantwortung in Sachen Luftreinhaltung“, betont der Vorsitzende des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg, Joachim Butz. „Darum machen unsere Ofen- und Luftheizungsbaubetriebe ihre Kunden auch gezielt darauf aufmerksam, dass durch den Einbau technisch moderner Feuerstätten deutlich weniger Feinstaub an die Atmosphäre abgegeben wird.“ Jedoch weist der Verband darauf hin, dass bei der Untersuchung der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) an der problematischen Messstelle am Stuttgarter Neckartor der Feinstaubanteil aus der Holzfeuerung nur vier bis acht Prozent des Gesamtaufkommens ausgemacht hat.