11.05.2017

Mehr Umsatz, mehr Beschäftigte: Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk zeigt sich leistungsstark

Fachverband-Geschäftsführer Dietmar Zahn, Fachverband-Vorsitzender Joachim Butz und Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker (v.li.) legten anhand des Jahresberichtes 2016 die wirtschaftliche Situation im SHK-Handwerk dar und schilderten Chancen und Herausforderungen der Branche.

Der Fachverband-Vorsitzende Joachim Butz bei der Jahrespressekonferenz am 11. Mai 2017 in der Diskussion mit Journalisten

(Stuttgart) Das baden-württembergische Sanitär-Heizung-Klima Handwerk ist leistungsstark – das belegen die Wirtschaftsdaten, die Joachim Butz, der Vorsitzende des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima (SHK) Baden-Württemberg, bei der Jahrespressekonferenz am 11. Mai in Stuttgart präsentiert hat. 47.250 Beschäftigte haben im Jahr 2016 einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro erwirtschaftet, das entspricht einem Plus von 3,6 Prozent. Nicht nur die Zahl der Beschäftigten ist damit um 1,2 Prozent gestiegen, sondern auch die Gesamtzahl der Lehrlinge um 3,9 Prozent in den vier Ausbildungsberufen.

In die Zukunft blickt das SHK-Handwerk daher optimistisch: Fachverband-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker geht in diesem Jahr von einem erneuten Wachstum um rund zwei Prozent aus. Gleichzeitig befindet sich die Branche im Umbruch. „Mit dem von der Bundesregierung verabschiedeten Klimaschutzplan 2050 wird es in der Haus- und Gebäudetechnik weitreichende Veränderungen geben“, prognostizierte Geschäftsführer Dietmar Zahn, der die wesentlichen Aussagen des Klimaschutzplans erläuterte und die Konsequenzen aufzeigte. „Wir müssen uns auf einen Wandel in der Energieversorgung einstellen“, so Zahn, „gefragt sind Kompetenzen zum Einsatz erneuerbarer Energien, zur Vernetzung der Gebäudetechnik bis hin zur Stromerzeugung und -versorgung.“

Der Fachverband-Vorsitzende Joachim Butz bekräftigte, dass sich das baden-württembergische SHK-Handwerk für die Umsetzung der Klimaschutzziele einbringen werde: „Wir sagen ja zu einer deutlichen Erhöhung der Energieeffizienz, zu einer Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und zu langfristigen Sanierungsstrategien im Gebäudebestand.“

Denn, der vom Verband seit Jahren angeprangerte Modernisierungsstau konnte auch 2016 nicht aufgelöst werden. Rund 50 Prozent der Heizungsanlagen sind nach wie vor sanierungsbedürftig. Dabei wirke auch das Erneuerbare-Wärme-Gesetz Baden-Württemberg eher als „Bremsklotz“: „Hausbesitzer schieben den Heizkesseltausch aufgrund der Gesetzesanforderungen bewusst hinaus“, so Butz. Die Berufsorganisation hat konkrete Verbesserungsvorschläge. An erster

Stelle steht die Forderung, die von der Landesregierung geplante Evaluierung zeitnah durchzuführen und das Gesetz entsprechend zu korrigieren. Beispielsweise sollten Bio-Heizöl und Bio-Gas als Erfüllungsoption mit zehn Prozent angerechnet werden können, völlig unabhängig von der Heizkesselleistung.

Obendrein müssten weitere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz berücksichtigt werden wie beispielsweise der hydraulische Abgleich. Butz erläuterte: „Ein Hausbesitzer, der nach einem Heizkesseltausch seine Heizungsanlage zusätzlich energetisch optimieren lässt, und damit zum Klimaschutz beiträgt, könnte von einem 5-Prozent-Effizienzbonus profitieren.“ Als besonders wichtig erachten die Experten jedoch eine breit angelegte Informations- und Motivationskampagne des Landes: „Weg mit dem zwangsbelasteten Negativeindruck, her mit einer positiven Botschaft für Hauseigentümer!“

Zusätzliche Anreize für Immobilienbesitzer schaffen nicht nur einfache, technologieoffene und verlässliche Förderprogramm, zeigte sich der Fachverband-Vorsitzende überzeugt, sondern auch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Maßnahmen zur energetischen Sanierung, wie sie unlängst von der Bundeskanzlerin wieder ins Spiel gebracht wurden. „Das ist der Schlüssel, um den Modernisierungsstau in den Heizungskellern endlich aufzulösen“, so Butz

Umweltschutz: Handwerk stellt sich der Verantwortung

Im Zusammenhang mit der Feinstaubproblematik und der von der Landesregierung verabschiedeten Luftqualitätsverordnung-Kleinfeuerungsanlagen betonte der Vorsitzende: „Das SHK-Handwerk mitsamt den Ofen- und Luftheizungsbauern steht zu seiner Verantwortung in Sachen Luftreinhaltung. Wir engagieren uns, damit alte Staubschleudern aus dem Verkehr gezogen werden.“ Dank moderner Verbrennungstechniken nähmen die Emissionen häuslicher Feuerstätten ab, weshalb die Austauschquote technisch veralteter und ineffizienter Geräte unbedingt erhöht werden müsse.

Mit Sorge betrachtet die Berufsorganisation die drohenden Fahrverbote für Dieselfahrzeuge im Falle eines Feinstaubalarms: „Die Bürokratie nimmt mit Ausnahmegenehmigungen und Plaketten zu. Angesichts der Tatsache, dass Handwerkerfahrzeuge acht bis zwölf Jahre genutzt werden, sind die Fristen zu eng.“ Butz forderte Investitionssicherheit für die Unternehmer.

Da Heizöl zu wassergefährdenden Stoffen gehört, hat das Inkrafttreten der neuen „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“, kurz AwSV, Konsequenzen für das Handwerk wie auch für Eigentümer. Denn ab dem 1. August 2017 dürfen an Tanks mit mehr als 1.000 Litern Inhalt nur noch zertifizierte Fachbetriebe arbeiten. Die Hausbesitzer sind weiterhin für den ordnungsgemäßen Zustand ihrer Tankanlage verantwortlich, müssen zukünftig aber darauf achten, dass sie nur noch entsprechend zertifizierte Betriebe beauftragen.  

„Klimaschutzplan 2050, Digitalisierung, neue Gesetze und Verordnungen, die Branche steht vor spannenden Herausforderungen. Diese sind jedoch immer auch eine Chance, sich im Markt besser zu positionieren, deshalb können wir optimistisch in die Zukunft blicken“, fasste Hauptgeschäftsführer Becker die guten Zukunftsaussichten der Branche zusammen.

Alle Presseinformationen zur Jahrespressekonferenz stehen unten zum Download bereit.