22.03.2018

Wirtschaftsministerin und Fachverband suchen Lösungen für SHK-Betriebe in Baden-Württemberg

(v.li.) Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (MdL) und Vorsitzender Joachim Butz

Was bewegt die SHK-Betriebe in Baden-Württemberg? Beim Kamingespräch suchten Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut und der Fachverband nach Lösungen für die Branche. Leitfrage war: Wie kann die Energiewende ökologisch, ökonomisch und sozialverträglich umgesetzt werden? Und: Wie kommen SHK-Betriebe in der Digitalisierung noch schneller voran?

Energiewende
Das SHK-Handwerk hat sich gegenüber der Ministerin klar positioniert: Wir stehen voll hinter der Energiewende. Für eine erfolgreiche Energiewende muss aber mehr Bewegung in den Gebäudebestand: Der Modernisierungsstau muss aufgelöst werden. Eigenheimbesitzer sind zutiefst verunsichert und verschleppen deshalb  Investitionsentscheidungen. Aus verständlichen Gründen: Im Markt ist viel Bewegung. Aus politischen Gründen ist noch unklar, welche Heiztechniken zukunftsfähig sind. Außerdem stellt sich der Kunde die Frage: Wofür gibt es (künftig) eine Förderung? In Baden-Württemberg haben wir zudem das Erneuerbare-Wärme-Gesetz, dessen Auflagen erfüllt werden wollen. Der SHK-Handwerker ist in diesen Fragen der Haupt-Ansprechpartner des Immobilienbesitzers und muss einen entsprechend hohen Aufklärungs-Aufwand betreiben, leider manchmal vergeblich.

Um den Austausch der teils uralten und ineffizienten Heizungen anzukurbeln, forderte der Fachverband eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierungen. Die neue große Koalition sollte schnell handeln, um nicht weitere wertvolle Zeit verstreichen zu lassen.

Eine weitere Forderung an die Politik waren klare Zielvorgaben, Technologieoffenheit mit sanften Übergängen sowie technisch umsetzbare und bezahlbare Lösungen. Nach Ansicht des Fachverbandes sollten sämtliche erneuerbaren Energien eingesetzt werden dürfen. Das beinhaltet auch die Power-to-X-Technologien. Denn: Über die bestehende Gasnetz-Infrastruktur könnten 50 Prozent der deutschen Haushalte mit sauberer Energie versorgt werden. Aus Sicht des SHK-Handwerks wird der Energiebedarf im Wärmebereich künftig nicht ausschließlich mit erneuerbarem Strom abgedeckt werden können.


Digitalisierung
Einige Handwerksbetriebe sind in Sachen Digitalisierung schon gut aufgestellt. Andere hinken noch hinterher. Der Fachverband erklärte, dass gerade das Handwerk mit seinen vielen kleinen Betrieben auf dem Weg in die Digitalisierung noch mehr Unterstützung von der Politik braucht.

Die Vertreter des SHK-Handwerks lobten ausdrücklich die Digitalisierungsprämie, die 2017 vom Wirtschaftsministerium bereitgestellt wurde. Die 2,2 Mio. Euro waren aber bereits nach wenigen Wochen vergriffen. Der Fachverband regte die Fortführung der Digitalisierungsprämie in einer möglichst unbürokratischen Form an. Die Nachfrage ist so groß, dass die Fördertöpfe aber deutlich größer sein müssten. Der Fachverband schlug eine Orientierung am bayerischen Modell vor, wo kleine Betriebe mit einer Digitalisierungsprämie von insgesamt 100 Mio. € gefördert werden.

Wie schon die letzten drei Vorgänger im Amt des Wirtschaftsministers, trug sich auch Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut in das Gästebuch des Fachverbandes ein.