19.05.2015

Gegen Fachkräftemangel – für mehr Berufsnachwuchs: Fachverband initiiert Projekt „TOP-Ausbilder im SHK-Handwerk“

Die Leistungsfähigkeit des Handwerks steht und fällt mit der Zahl an qualifizierten Fachkräften. Doch aktuell sind 2.200 Lehrstellen in baden-württembergischen Sanitär-Heizung-Klima-Betrieben unbesetzt. Der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg hat unter anderem mit der Bildung einer Fachgemeinschaft „TOP-Ausbilder im Handwerk“ reagiert.

Logo der Fachgemeinschaft "TOP-Ausbilder im SHK-Handwerk"

„Ziel ist es, die Betriebe für junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, als qualifizierte Ausbilder und attraktive Arbeitgeber zu positionieren“, erläutert der Fachverbandvorsitzende Joachim Butz. „Das hohe Ausbildungsengagement der TOP-Ausbilder soll transparent und bekannt gemacht werden, um Nachwuchs für unsere Berufe zu gewinnen.“

Seit Jahren meldet das SHK-Handwerk steigende Umsatzzahlen, die Zukunftsaussichten im Bereich Gebäudetechnik und Umweltschutz sind gut. Die anspruchsvollen Ausbildungsberufe bieten sichere Berufsperspektiven und vielseitige Einsatz- und Spezialisierungsmöglichkeiten. Das Berufsfeld des Anlagenmechanikers SHK bezieht gar die höchsten Effektivlöhne im Handwerk.

Trotzdem finden die Betriebe nur schwer geeignete Lehrlinge. Die Gründe sind vielschichtig. Zum einen hat das SHK-Handwerk nicht nur ein technisch anspruchsvolles Niveau, sondern verlangt zudem auch eine ausgeprägte Dienstleistungsmentalität und kommunikative Kompetenzen. Dem wird leider nicht jeder Schulabgänger gerecht, viele Betriebe bemängeln deren Ausbildungsreife. Für viele bessere Schüler kommt jedoch häufig eine handwerkliche Ausbildung nicht in Frage. Die Betriebe konkurrieren bei der Lehrlingssuche zudem mit der Industrie und den weiterführenden Schulen.

Mit der bundesweiten Nachwuchskampagne „Volles Rohr Zukunft“ und dem Engagement der regionalen Innungen hat die Berufsorganisation bereits Maßnahmen ergriffen, um die Nachwuchsgewinnung voranzutreiben. Nun hat der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg mit der Bildung der Fachgemeinschaft „TOP-Ausbilder im SHK-Handwerk“ einen weiteren Baustein hinzugefügt.

 
Innungsfachbetriebe, die der Fachgemeinschaft beitreten und das Signet führen möchten, müssen dafür zahlreiche Kriterien erfüllen. So muss das Unternehmen beispielsweise „Schnupperlehren“ oder Praktika anbieten, einen Lehrlingsbeauftragten vorweisen können und dem Lehrling die Teilnahme an externen Schulungen ermöglichen. Auch spezielle Trainings zur Prüfungsvorbereitungen gehören zu dem Portfolio der Fachgemeinschaftsmitglieder. Die Lehrlingsausbildung soll als Maßnahme einer strukturieren Mitarbeiterentwicklung gesehen werden.

„Mit der Fachgemeinschaft TOP-Ausbilder bieten wir besonders ambitionierten Ausbildungsbetrieben eine Plattform. Gleichzeitig unterstützen wir sie in ausbildungsrelevanten Bereichen“, erklärt Butz. Beispiele seien Hilfestellungen bei der Lehrlingssuche, Ausbildungsunterstützung während der Lehrzeit, aber auch bei der Prüfungsvorbereitung.

„Aus- und Weiterbildung wird in den kommenden Jahren das ausschlaggebende Kriterium für den Unternehmenserfolg im Zukunftsfeld Energie- und Gebäudetechnik sein“, so der Vorsitzende. Daher setze die Berufsorganisation auf ein hohes Ausbildungsengagement und eine Imagesteigerung, um im Wettbewerb um geeigneten Nachwuchs punkten zu können.